Die Antwort

 

Ich fliehe zum Wald, um den Frieden zu seh’n,
denn um mich herum kann mich niemand versteh’n.
Bin ich endlich da, schau zum Himmel ich auf,
und werfe mich hin, denn zu Ende mein Lauf.

Der Schrei eilt zu Gott, „Bitte, hol’ mich hier weg!“
Ich hör’ keine Antwort, es hat keinen Zweck.
Das Wort meines Gottes im Januar-Wind
hör’n nur seine Vögel, die still plötzlich sind.

Ich geh’ wieder heim, tief enttäuscht, voller Schmerz,
und Trübsinn umschmeichelt mein kränkelndes Herz.
Zu Hause empfängt mich ein liebendes Tier.
Was wohl aus ihm würde, wär’ ich nicht mehr hier?

Ich geb’ ihm zu fressen, dann leg’ ich mich hin,
und als ich so grad kurz vorm Einschlafen bin,
da hör’ ich ihn schnurren und spür’ sein Gewicht,
ein Lächeln „enttrauert“ mein Trauergesicht.

Verzeih’, lieber Gott, diesen Zweifel in mir,
ich höre die Antwort, die Worte von Dir:
>>Das Leben ist schön, ob in Hast oder Ruh,
ich schenkte es Dir, seinen Sinn finde Du.<<

 

Der alte Mann

 

Ich sitze hier auf meiner Bank
tief drunt’ im dunklen Wald,
und denke „Gott, ich bin so krank,
nun hole mich doch bald.

Ich kann nicht mehr, der Schmerz mich quält,
die Lebenslust verfliegt.
Wär’n doch die Tage bald gezählt,
dann wär’ auch Schmerz besiegt.“

Da kommt des Wegs ein alter Mann,
erhellt von inn’rem Licht.
Er setzt sich zu mir, schaut mich an,
und streichelt mein Gesicht.

„Mein Sohn“, spricht zärtlich er zu mir,
„kennst du des Lebens Zweck?
Sieh’s als Geschenk, das rat’ ich dir,
wirf es nicht achtlos weg!“

Dann steht er auf, geht langsam fort,
von inn’rem Licht geführt.
Und mir wird klar, dies heil’ger Ort,
denn Gott hat mich berührt.

 

5 Schreie

 

Schnee und Eis auf meiner Birne
haben mich ganz krank gemacht.
Deshalb wärmt jetzt meine Stirne
rotes Licht auch in der Nacht.

Fragend lausch’ ich meinem Herzen,
was es mir erzählen will.
Doch ich hör’ nur „Schmerzen, Schmerzen!“.
Hoffentlich ist es bald still.

Schwarze Finger, die mich greifen,
freuen sich an ihrem Tun.
Um die Seele liegt ein Reifen,
der mich hindert, auszuruh’n.

Meine Hand brachte mal kalten
Saiten Melodien bei.
Jetzt dient sie zum Mund zuhalten,
niemand hört den lauten Schrei.

Freunde, von den alten Zeiten
sich erzählen, bringt nicht viel.
Auf den Tod sich vorbereiten,
das wär’ jetzt ein lohnend’ Ziel.

 

Traum und Leben

 

Ich könnte fort gehn in das Land, das ohne Tränen,
denn nah bei Gott würd ich im endlos Glück mich wähnen.
In diesem Traumland wär ich frei und könnte schweben .....
..... doch ich schulde meinen Träumen noch das Leben.

Ich wär dort oben bei den Lieben, die einst gingen,
gestreichelt und umsorgt von Engelsschwingen.
In diesem Traumland könnt ich allem Schmerz vergeben .....
..... doch ich schulde meinen Träumen noch das Leben.

 

Erinnerung ist ein Fensterblick

 

Erinnerung ist ein Fensterblick,
getan vom Jetzt ins Einst zurück.
Man sieht dann das, was mal geschah,
egal, ob’s schön, ob’s furchtbar war.

Der Blick ist wichtig, hilft der Seele,
auf dass sie sich nicht mehr so quäle,
mit dem, was sie sich auserkoren,
als sie noch gar nicht war geboren.

Das Fenster muss man täglich putzen,
um Blick zurück nicht zu verschmutzen,
zu dem, was man als Leben kennt,
und dem, was man das Schicksal nennt.

Erinnerung ist ein Fensterblick,
mal sieht man Alles, mal ein Stück.
Macht man dem nächsten Leben Platz,
dann wird sie zum verlor’nen Schatz.

 

Der Wunschzettel an Gott

 

Nur neue Augen wünsch’ ich mir,
die alten übergeb’ ich Dir,
dass Du sie waschest von dem Leid,
das sie gesehen weit und breit.

Und neue Ohren wünsch’ ich mir,
die alten übergeb’ ich Dir,
dass Du sie reinigst von dem Schmerz,
den sie gesandt zum blutend’ Herz.

Und neue Lippen wünsch’ ich mir,
die alten übergeb’ ich Dir,
dass Du sie hältst in kühlen Wind,
und ihnen nimmst gesagte Sünd’.

Ein neues Herz, das wünsch’ ich mir,
das alte übergeb’ ich Dir,
dass Du ihm nimmst sein heißes Blut,
und es befreist von aller Wut.

Ein neues Ich, das wünsch’ ich mir,
das alte übergeb’ ich Dir,
dass Du ihm reißt die Sünde fort,
die es getan an jedem Ort.

 

Frühlingsgefühle

 

Wenn die Sonne wärmt im Märzen,

Blumenpracht all überall,

dann verschwinden alle Schmerzen,

weichen Frohsinn, Knall auf Fall.

 

Frühling will es wieder werden,

jedes Jahr spür ich’s genau.

Nichts reizt mich dann so auf Erden

wie der Anblick einer Frau.

 

Meine Adern pumpen schneller,

und im Herz entsteht ein Leck.

Grauer Tag wird plötzlich heller,

und mein Bäuchlein schmilzt hinweg.

 

Auges Blick wird zum Gefunkel,

messerscharf schaut es ins Land.

Stimmes Höhen werden dunkel,

greift ein Mädchen meine Hand.

 

Auch das Flirten auf den Straßen,

im Cafe und anderswo,

stärkt mich über alle Maßen,

macht mich wieder lebensfroh.

 

Ach, was kann es Schönres geben,

meint verträumt ein ältrer Mann.

Noch nen Frühling zu erleben,

macht ihn doch sehr dankbar dann.

 

Weihnachtshektik

 

In jedem Jahr zur Weihnachtszeit

herrscht nur noch Hektik, weit und breit.

Ein jeder jagt durch die Geschäfte,

weil er zu Haus was schenken möchte.

Dabei kann es so einfach sein:

Lasst eure Lieben nicht allein!

 

Die kostbarste von allen Gaben

ist, füreinander Zeit zu haben.

Wenn ihr das niemals mehr vergesst,

wird´s jedes Jahr ein tolles Fest.

Gesundheit, Glück und Wohlergehen,

kann man nicht im Geschäft erstehen.

 

Träume

 

Ich flieg hinauf in schöne Welten,

wo Herz und Seele friedlich sind.

Dorthin, wo andre Werte gelten,

und wo man wird zum Sternenkind.

 

Ich bin geschmückt mit Adlerschwingen,

die Schmerzen bleiben wach zurück.

Hier oben nur kann es gelingen,

dass ich es find: ein wenig Glück.

 

Ich seh die Menschen meines Lebens,

Verwandte, Eltern, Freundesschar.

Und seh auch die, wo nicht vergebens

mein Werben um die Liebe war.

 

Ich tanze Noten, lebe Lieder,

und spiel Musik, die niemand kennt.

Dann bin ich totes Tier, mal wieder,

das lebend zu der Brücke rennt.

 

Im Traum ...

 

 

Ich träume gern, es sprengt die Gitter

der Phantasie und Ewigkeit.

Erlöst mich von dem Hirngewitter,

das mich so quält seit langer Zeit.

 

Schenkt mir mein Gott dann ein Erwachen

mit frischen Kräften für den Tag,

dann denke ich, oft unter Lachen,

zurück zum Traum, in dem ich lag.