Mir fehlt ...

 

Mir fehlt mein Gott, kann ihn nicht sehen,
auch fehlt mein Hirn, um zu verstehen,
was gerade mir geschehen ist,
warum Du nicht mehr bei mir bist.

Mir fehlt die Kraft, um klar zu denken,
auch fehlt der Weg, den Schritt zu lenken,
zu Frohsinn, Licht und Heiterkeit,
zu Seele, Herz und Fröhlichkeit.

Mir fehlt Musik, kann sie nicht hören,
hab’ das Gefühl, würd’ ständig stören,
wenn ich von Frido Euch erzähl’,
und damit nur mich selber quäl’.

Mir fehlt mein Ich, es ist gegangen,
und ich schaff’ nicht, es einzufangen
auf seinem Weg zum falschen Ziel,
zu einer Welt ohne Gefühl.

 

Der Clown

 

Der Clown steht da im weiten Rund,
geschminkt und bunt gewandet.
Gelächter tönt aus seinem Mund,
der knallig rot umrandet.

Die Witze, die er heute macht,
sie kommen nicht von Herzen.
Und dennoch s’Publikum laut lacht,
weiß nichts von seinen Schmerzen.

Es dankbar jubelt, applaudiert,
und fordert „noch `ne Nummer!“
Der Clown gehorcht, ist gut dressiert,
verdrängt den großen Kummer.

Er gibt jetzt alles, sein Gesicht
ist voll mit Sägespänen.
Und deshalb sieht die Menge nicht
des Helden bitt’re Tränen.

 

Ach, könnt' ich Papa noch mal seh'n

 

Könnt´ ich noch einmal Papa seh`n,
was würd´ ich ihm wohl sagen?
Ich würd´ mit ihm spazierengeh`n,
wie in den alten Tagen.

Und auf der Bank am Waldesrand
würd´ ich ihm all´ das sagen,
wozu ich nie den Mut herfand.
Jetzt würde ich es wagen.

Ich würde um Verzeihung bitten
für meinen jungen Zorn.
Ich würde alle Wunden kitten,
die im Herzen war`n ein Dorn.

Dann würd´ ich ihm all´ jenes zeigen,
was er nicht mehr erlebt.
Vor Staunen würde er wohl schweigen,
weil seine Stimme hätt´ gebebt.

Zum Friedhof würd´ ich mit ihm wandern,
die Blumen schau`n auf seinem Grab.
Dann sag´ ich ihm vor all´ den ander`n,
wie lieb ich ihn noch immer hab´.

„Du bist verheiratet, mein Sohn?"
fragt er mich dann zum Schluss.
Als ich bejahe, ist mein Lohn
des Vaters allerletzter Kuss.

Ach, könnt´ ich Papa noch mal seh`n,
und nicht nur Friedhofserde.
Doch kann ich nur zum Grab hingeh`n,
bis ich ihm folgen werde.

 

Ein Wunder

 

Auf meinem Weg durch Baumalleen,
sah ich ein kleines Bänkchen stehen.
Drauf saß ein Mann mit vielen Runzeln,
bei seinem Anblick musst' ich schmunzeln.
Ich setzte mich zu diesem Greise,
schon sprach er zu mir, ganz, ganz leise:

"Ich hab den Herrgott grad gesehen,
ein wahres Wunder ist geschehen.
Weil ... endlich mal, nach all den Jahren,
wo die Gebete fruchtlos waren,
da sandte er ein kleines Zeichen,
und meine Zweifel konnten weichen.

Denn auf den Kopf fiel mir ein Blatte,
der Herr es wohl geworfen hatte.
Ich nahm es vorsichtig herunter,
und meine Sinne wurden munter.
Erst vorsichtig, dann recht behende,
nahm ich das Blatt in meine Hände.

Und glaube mir, nach 5 Sekunden,
da hatte ich's schon raus gefunden,
an welchem Baum dies Blatt gehangen,
bevor es Gott für mich gefangen.
Es hing an einem Ast der Linde."

Dann schwieg ergriffen dieser Blinde .....

 

Auf den Flügeln einer Taube

 

Auf den Flügeln einer Taube
flieg’ ich fort im Sonnenwind.
Und die Schmerzen, so ich glaube,
sind vorbei, weil ich ein Kind.

Ferne Länder wir bereisen,
keine Pflichten, kein Termin.
Muss als Kind mir nichts beweisen,
darf so sein, wie ich es bin.

Schwester Wolke mich beneidet,
weil sie alt ist, und schon grau.
Bruder Wind, als Sturm verkleidet,
trägt mich hoch zum Himmelsblau.

Dort ist Mutti, kann sie sehen,
sie ist glücklich, winkt mir zu.
Und ich weiß, sie wird verstehen,
wenn ich rufe „God bless you!“

Meine Taube fliegt zur Erde,
bringt mich heim, direkt ins Bett.
Ich wohl gleich erwachen werde .....
..... dieser Traum war wirklich nett.

 

Der fehlende Gast

 

Es wird dies’ Jahr nicht fröhlich sein,
das Weihnachtsfest in meinem Haus.
Auch wenn der Liebe heller Schein,
mir leuchtet Herz und Seele aus.

Den liebsten Gast werd’ ich nicht seh’n,
der sonst in meinem Stübchen war.
Es nützte nichts, Gott anzufleh’n,
denn Papa starb in diesem Jahr.

 

Frühling

 

Gottes Odem küsst das Land,

und der Winter muss nun weichen.

Freudig hebt, mit warmer Hand,

die Natur des Moores Leichen.

 

Dort im Baum, den Herrn freut’s sehr,

Vögel trillern, jubilieren.

Und der Mensch muss sich nicht mehr

seinen kalten Arsch abfrieren.

 

Blumen sprießen, Knospen auch,

Fröhlichkeit macht schnell die Runde.

Wolfskind hängt, der Mutter auch,

Frischlingsbein aus vollem Schlunde.

 

Endlich ist der Frühling hier,

lasst mich seine Lieder singen.

Und nach ein, zwei, drei, vier Bier

eine Frau ... zum Lächeln bringen. *g

 

Einer Freundin zum Geburtstag

 

Ihr lieben Leute, lasst Euch sagen,

was ich mir selbst hab aufgetragen:

Ich möchte heut, an diesem Orte,

der Chefin schreiben ein paar Worte:

 

Du bist des Boardes liebend* Mutter,

im Worte-Sturm der rettend* Kutter,

Du bist die Freundin vieler Leute,

wirst gar geliebt, und nicht nur heute.

 

Du bist sehr krank, und dennoch herzlich,

bist Du nicht da, ist das sehr schmerzlich.

Du bist ein Tierfreund, unbestritten,

ging*s denen schlecht, hast Du gelitten.

 

Du bist ein Mensch, stark, doch zerbrechlich,

in Deiner Meinung unbestechlich.

Du bist der Kläger und der Richter,

doch auch in vielen Threads der Schlichter.

 

Du bist für uns in allen Dingen

der Ansprechpartner fürs Gelingen.

DU bist für uns, in jedem Falle,

das Regenbogenland für alle!

 

 

 

Nun zum Geburtstag alles Gute,

ich wünsch* Dir Glauben, Hoffnung, Mute.

Ich wünsch* Dir Liebe von den Deinen,

und sei mit Freunden Du im Reinen.

 

Ich wünsch* Dir Kräfte für den Kampfe

gegen *Süßes-Zeug-Gemampfe*. :)

Ich wünsch* Dir heute schöne Stunden,

um dies Gedicht jetzt abzurunden.

 

Sommerwind

 

Es säuselt leise in der Luft,

ich ruh auf seidig Linnen.

Der Sommerwind weht Frühlingsduft

ganz sanft, doch stet vonhinnen.

 

Von Gott geschickt, vom Meer gebracht,

Signal für frühe Liebe,

erwache ich, zum Mann gemacht,

oh Wächter meiner Triebe.

 

Ich schau dich an, dein schwarzes Haar

wirft Flammen auf das Kissen.

Der helle Mond lässt immerdar

mich deine Schönheit wissen.

 

Ich küsse deine Träume fort

und weiß, du bist mein Leben.

Der Sommerwind wird diesen Ort

zur Liebe nun erheben.

 

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So ist es oft, und unser Lohn

ist Glück seit vielen Jahren.

Denn Sommerwind, er wehte schon,

als wir noch Kinder waren.

 

Urlaubsliebe

 

Nun bist du fort, mein Herz zerfließt,

und eine Träne sich ergießt

auf unser Glück, das uns gehört ...

Des Lebens Lauf hat es zerstört.

 

Dein Duft ... noch hier ... er streichelt mich,

und soll mich trösten sicherlich.

Dein ganzes Sein jedoch entschwand ...

Und zog mich mit ins Sehnsuchtsland.

 

Wir haben nur noch unsren Stern,

der für uns beide strahlt von fern,

und damit sagt, *ich denk an dich* ...

Oh Sehnsucht, bitte töte mich.

 

Werd ich dich jemals wiedersehen?

Wird Gott erhörn mein lautes Flehen?

Herr! Bitte! Schick sie mir zurück ...

Nur ein Minütchen voller Glück!

 

 

Leere ... Monate ... Jahre

 

 

Sie stand danach nie mehr vor mir,

doch ihre Seele ist noch hier.

Sie hält mich fest, wenn mir von fern

ins Auge fällt ein funkelnd* Stern.

 

Wenn er mir sagt *ich denk an dich*,

dann sehne ich mich fürchterlich,

und kehre um in unsre Zeit ...

zur Urlaubsliebe Adelheid.