Und eine Wolke trägt mich

 

Ich werde gleich zum Friedhof geh’n
zu meinen Kameraden.
Mal wieder nach der Ordnung seh’n
könnte bestimmt nicht schaden.

Dort angekommen fliegt mein Geist
zurück in alte Zeiten.
Und eine Wolke trägt mich meist
in altbekannte Weiten.

Dann sehe ich uns blutverschmiert
dicht beieinander liegen.
Der Tod gleich glühend’ Stahl gebiert
um uns noch zu besiegen.

Mit einem Sturmlauf schaffen wir
die ungeglaubte Wende.
Der „Feind“ gibt uns die Waffen hier
und heute in die Hände.

Aus vielen Wunden Blut gerinnt
hinab auf „Feindes“ Erden.
Doch eh’ man sich noch recht besinnt
lässt jemand Frieden werden.

 

Das Gedankenmeer

 

In mir tobt ein Gedankenmeer,
vor seinem Grab wein’ ich es leer.
Der Freund ist es, der mir so fehlt,
der Freund im Himmel, der mich quält.

Mit mir hat er im Sand gebaut,
mit mir drei Schulen angeschaut.
Mit mir den Zeitungs-Job gemacht,
mit mir beim Militär gelacht.

Mit mir hat er sein Brot geteilt,
mit mir durchs Leben er geeilt.
Mit mir er zur Musik hin fand,
mit mir bereist so manches Land.

So gingen Jahr’ um Jahr’ vorbei,
die Zeit, sie war uns einerlei.
So wie es geht dem spielend’ Kind,
dem durch die Hand die Zeit verrinnt.

Dann riss man ihn gewaltsam fort,
verblutet durch der Klinge Mord.
Ich hab’ gelitten wie ein Tier.....
.....an seinem Grab geht’s besser mir.

Ich pflege es und mach’ es gern,
es ist ein Liebesdienst von fern.
Ich red’ mit ihm, bin ihm ganz nah’,
so wie es früher einmal war.

Die Wogen glätten sich geschwind,
sobald die Worte bei ihm sind.
Und wenn’s Gedankenmeer sinkt ab,
dann geht’s mir gut an Kugels Grab.

 

Wenn eines Engels Flügel bricht

 

Wenn eines Engels Flügel bricht,
fand ein gesuchter Tod sein Ziel.
Selbst das Gebet half Seele nicht .....
..... und Gottes Blut vom Himmel fiel.

Jetzt hier, jetzt dort, jetzt überall,
den Flügelbruch man hören kann.
Und gleich darauf den Schrei beim Fall .....
..... weil Engel nicht mehr fliegen kann.

Ihr Menschen, schaut zum Himmel rauf,
vergesst die Qual, das Leid, den Schmerz.
Fangt Euren fallend’ Engel auf .....
..... und rettet Hoffnung, Seele, Herz.

 

Der Wölkchenbrief

 

Ein Wölkchen, wie Du sahst noch keins,
bringt Dir ein Briefchen mit.
Voll mit dem Schmerz des Mütterleins,
das wegen Dir so litt.

Du kannst den Schmerz geschrieben seh'n
mit heißer Tränenschrift.
Jetzt spürst Du ihn, kannst ihn versteh'n,
weil's Mutterherz der Stift.

"Vergib mir!", schreist zum Himmel rauf,
"Ich hab’s doch nicht geahnt!"
Die Reue hat sich nun den Lauf
zum Sohnes-Herz gebahnt.

Die schweren Tränen werden leicht,
das Wölkchen zieht nun fort.
Des Briefchens Ende ist erreicht,
Verzeihung liest Du dort.

 

Das Regenbogenland

 

Tief drunt’ in grauer Forenwelt,
gibt es ein buntes Land.
Nur dort sich Freund zu Freund gesellt,
nur dort spürst helfend’ Hand.

Im Lande man mit Krankheit kämpft,
und doch wird viel gelacht.
Die Lebenskraft ist oft gedämpft,
man deshalb Mut sich macht.

Kommst du als neuer User hin,
wirst freundlich gleich umringt.
Steht Dir nach posten stets der Sinn,
hier man dir Hilfe bringt.

Ob Chat, Portal, ob Gästebuch,
du findest alles dort.
Bald fühlst dich nicht mehr als Besuch,
willst gar nicht wieder fort.

Drum schwör’ ich dir, du Wandersmann,
und geb’ drauf dir die Hand:
Die besten Freunde findet man
im Regenbogenland!

 

Wenn Du ...

 

Wenn du mal denkst, es geht nicht mehr,
wenn du mal fühlst, dein Herz wird schwer,
wenn du mal glaubst, du quälst dich sehr,
dann, lieber Gast, komm’ einfach her.

Hier ist das Regenbogenland,
hier reicht man dir ganz lieb die Hand,
hier gibt es keine trennend’ Wand,
hier wirst auch krank du anerkannt.

Wenn du dann weißt, hier geht’s dir gut,
wenn du dann weißt, hier fasst du Mut,
wenn du dann weißt, hier Freundesblut,
dann, lieber Gast, ist fort die Wut.

Hier ist das Regenbogenland,
aus purem Glück besteht sein Sand,
aus weichem Licht geformt sein Rand,
aus „lieber Gast“ wird „Freund“es-Stand.

 

Die Familie

 

Die Familie ...

ist meine Welt, mein ganzes Ich,

ist meine Heimat und mein Leben.

Ist für mich da und fürsorglich,

ist meine Freiheit und mein Streben.

 

Die Familie ...

ist mein Beginn, mein schlagend Herz,

ist meine Zukunft, mein Berater.

Ist stets mein Trost in Leid und Schmerz,

ist meine Mutter und mein Vater.

 

Die Familie ...

ist meine Luft, mein Neubeginn,

ist meine Quelle, mein Begleiter.

Ist meine Sehnsucht und mein Sinn,

ist meine Kraft, mein Wegbereiter.

 

Die Familie ...

ist mein Besitz, mein Hab und Gut,

ist himmlisch Ruh und Sturmes Wogen.

Ist meine Liebe, meine Glut,

ist seit August mein Regenbogen.

 

Dem Regenbogenland zum Geburtstag

 

Du bist mein Haus seit langer Zeit,

und auch mein Hort in Freud und Leid.

Bist meine Haut, mein Blut, mein Glück,

geh ich mal fort, rufst mich zurück.

 

Du bist die Seele, die mich fängt,

und mein Gewissen, das mich lenkt.

Bist Aug und Ohr, bist Herz und Hand,

du bist mein Regenbogenland.

 

Du bist der Tag, an dem ich wach,

und auch der Witz, bei dem ich lach.

Bist liebster Ort, wo ich kehr ein,

mit einer Eckbank, wo ich wein.

 

Du bist der Freund, den ich oft such,

den ich mal lieb hab, mal verfluch.

Bist meine Stütze, meine Wand,

du bist mein Regenbogenland.

 

Du bist die Krankheit vieler Leut,

doch auch die Fröhlichkeit, wie heut.

Bist meine Tür zur großen Welt,

die mich nicht loslässt, sondern hält.

 

Du bist die Hoffnung auf ein Wort,

das immer kommt, an jedem Ort.

Bist unsichtbares, festes Band,

du bist mein Regenbogenland.

 

Beispiel für die Gedichtform "Malaiisches Pantun"

 

Regen fällt aufs Land hernieder (1)

Der Menschen Sünde wird belohnt (2)

Schon erklingen Abschiedslieder (3)

Und tiefe Trauer in uns wohnt (4)

 

Der Menschen Sünde wird belohnt (2)

Gott straft uns nun mit heil’gem Zorn (5)

Und tiefe Trauer in uns wohnt (4)

In unsren Seelen steckt ein Dorn (6)

 

Gott straft uns nun mit heil’gem Zorn (5)

Vernichten will er seine Welt (7)

In unsren Seelen steckt ein Dorn (6)

Und unser Geist den Freitod wählt (8)

 

Vernichten will er seine Welt (7)

Regen fällt aufs Land hernieder (1)

Und unser Geist den Freitod wählt (8)

Schon erklingen Abschiedslieder (3)