Die erste Liebe

 

Sandburg des Glücks, die wir gebaut,
und Sonnenstrahl, der uns getraut,
längst schon verweht in Ewigkeit,
längst schon verglüht in Einsamkeit.

Und dennoch war’s unendlich schön,
nach vielen Jahren Dich zu seh’n.
Mit Sven und Pit, und Deinem Mann,
gingst Du vorbei, sahst mich nicht an.

Ich roch den Duft, der so vertraut,
und mir Erinn’rungsbrücke baut,
zurück in uns’re kleine Welt,
in der uns nichts am Glück gefehlt.

Mein Schritt verhielt, ich sah Dir nach,
ein kleiner Pfeil ins Herz mir stach,
denn du hast mich nicht mehr erkannt,
mich wohl aus Deinem Herz verbannt.

Ich schloss die Augen, ließ Dich zieh’n,
das kurze Glück wollt’ schon entflieh’n,
da hör’ ich grad noch kleinen Sven:
„Du Mami, warum weinst Du denn?“

 

Zu spät ...

 

Es war mir verboten, Dich noch mal zu seh’n,
da halfen kein Bitten, kein Betteln und Fleh’n.
Auf fünfhundert Meter durft’ ich nur heran,
die Jahre vergingen, Du wurdest zum Mann.

Jetzt bist Du tot .....

Die Tränen des Abschieds benetzen den Sarg,
ach, Engel des Friedens, sei Du für mich stark.
Nimm mit meine Tränen hinab in sein Grab,
und sag’ meinem Kinde, wie lieb ich es hab’.

 

Mutti ist fort

 

Ach Mutti, Du bist fortgegangen,
ganz still und so bescheiden.
Die Trauer hält mich fest umfangen,
und bringt schmerzvolles Leiden.

Du warst ein ganz, ganz lieber Geist,
und Gott wird es Dir lohnen.
Er lässt Dich nah, und dies ich weiß,
bei sich zur Rechten wohnen.

Nicht mal „Leb’ wohl!“ konnte ich sagen,
zu Dir, die mich geboren.
Und als man Dich hinausgetragen,
ist’s Herz im Leib erfroren.

Und doch fühl’ ich auch Dankbarkeit,
dass Du so sanft entglitten.
Wer ahnte schon, dass Du bereit,
würd’ Gott Dich zu sich bitten.

Ich danke Dir, dass Du mir schenktest,
des Lebens Saft und Triebe.
Dass bis zum Tod den Schritt mir lenktest,
mit Deiner großen Liebe.

Die Mutteraugen, die so lieb,
mich ohne Sorgen ließen.
Es war das Einz’ge, was mir blieb:
Ich durfte sie Dir schließen.

In meinem Geiste wirst Du leben
als Schatz, den ich besessen.
Nur diesen Trost kann ich mir geben:
Ich werd’ Dich nie vergessen!

 

Für Dich ... von Dir

 

Für Dich zu Deinem Stern geflogen,
Für Dich aus mir das Gift gesogen,
Für Dich auch meinen Gott belogen .....
..... Für Dich bog ich den Regenbogen.

Doch mit nichts kann ich das vergelten, was ich von Dir bekam:
DICH

Mehr möchte ich nicht von Dir ...

 

Das Bad

 

„November rain“ lärmt laut im Raum,
gespielt von Guns ’n’ Roses.
Und’s Wasser steigt, man glaubt es kaum,
wie einst beim ollen Moses.

Doch hier ist’s heiß, und lila-grün,
gekrönt von weißem Schaume.
Ich spring hinein, tod-mutig, kühn,
in diesen Duft nach Pflaume!

Und schon umhüllt mich süße Luft,
ich will sogleich frohlocken.
Doch dies Gefühl ist schnell verpufft,
denn meine Haut bleibt trocken.

„Ich werd’ bekloppt!“, denk’ ich mit Schreck,
doch Allah sei gepriesen.
Denn’s Badewasser ist nicht weg,
es schwimmt nur auf den Fliesen.

Und die Moral von der Geschicht’
gehört wohl zu den guten:
„Als großer Mann, mit viel Gewicht,
steig’ langsam in die Fluten!“

 

Die Zeichen des Herbstes

 

Der Herbst wirft seine Farbenspeere
besitzergreifend übers Land.
Sogleich ertrinkt’s im güld’nen Meere,
der Wald mutiert zur bunten Wand.

Der Morgentau quält sich zur Sonne,
die nur noch schwach in dieser Zeit.
Die Vöglein mittags erst, voll Wonne,
sind dann zum fliegend’ Spiel bereit.

Gefrierend’ Reif stiehlt jetzt die Seelen
sterbender Blumen auf dem Beet.
Und die Natur kann nicht verhehlen,
dass sie zur letzten Ruhe geht.

 

Heimat, meine Heimat

 

Du bist mein Halt und meine Seele,

bist meine Kraft und auch mein Sinn.

Du bist der Ort, den dann ich wähle,

wenn ich mal allzu einsam bin.

 

Du bist das Blut, das ich getrunken,

aus tiefem See vor meiner Tür.

Du bist der Wind, der mir gewunken,

als ich verzweifelt für und für.

 

Du bist das Brot, das mich genähret,

ohne zu fragen, schnell und still.

Du bist das Glück, das mir gewähret,

stets dann zu kommen, wann ich will.

 

Du bist die Liebe meines Lebens,

du bist die Wiege und das Grab.

Dir, Heimat, sag ich nie vergebens,

wenn ich mal großen Kummer hab.

 

Ich liebe Dich ...

 

Bilanz des Jahres 2006

 

Das neue Jahr hat nun begonnen,

die Zeit des alten ist verronnen.

Drum könnte man, in stillen Stunden,

Bilanzen zieh’n, um’s abzurunden:

 

 

Man hat geliebt, doch auch gestritten,

man hat genossen und gelitten.

Man hat geweint, doch auch gelächelt,

Man hatte Kraft, hat auch geschwächelt.

 

Man hat den Gast als Freund verehret,

doch auch den Einlass mal verwehret.

Man hat geholfen ohne Fragen,

doch manche Last auch selbst getragen.

 

Man hat getrauert um die Toten,

sich selbst das Glücklichsein verboten.

Doch hat man auch, oft ganz verstohlen,

versucht, das Glück ins Herz zu holen.

 

Man hat die Partnerschaft beendet,

mit jemandem, der uns geblendet.

Hat einen and’ren sich genommen,

und ist mit dem ins Glück geschwommen.

 

 

Falls Ihr nun denkt „Genauso war es!“,

dann stimmte die Bilanz des Jahres.

Und auch im Jahr Zwotausendsieben,

steht über dieses was geschrieben.

 

Ich war im Konzert

 

Als würd’ ein Zahnarzt bei mir bohren,

so klingeln heute meine Ohren,

denn ich war gestern im Konzert.

Und die Entscheidung war verkehrt!

 

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Es nervten mich die beiden Mädchen,

Tokio Hotel kämen ins Städtchen.

Als ich drauf sagte: *Lächerlich!*

kam: *Papa, das verstehst Du nich’!*

 

So stürzten wir uns ins Getümmel,

und irgend so ein frecher Lümmel,

der latschte prompt mir auf den Fuß.

Dazu kam der Dreifingergruß.

 

Dann kamen sie ... konnt’ sie nicht hören,

denn all’ die kleinen Teenie-Gören

fingen nun an mit dem Geschrei.

Musik war denen einerlei.

 

Nach 5 Minuten war ich alle.

Mein Gott, welch eine Vaterfalle!!

Ich betete: *Oh Herr, mach’ Schluss,

denn ich bin taub wie eine Nuss!*

 

2 lange Stunden ich noch hatte,

mein Hirn verpackte sich in Watte.

Nicht enden wollend floss der Schweiß,

ich dachte nur: *Oh, welch ein Scheiß!*

 

Doch dann war’s aus, die Mädchen schleiften

mich hin zum Bus, dem rot gestreiften.

*Na Papa, fandest Du es fein?*,

vernahm ich noch, dann schlief ich ein.